Leistet eine Krankenhausversicherung ohne Gesundheitsfragen auch für Vorerkrankungen?

Ja, auch Vorerkrankungen sind versichert.

Nicht versichert sind aber Krankenhausaufenthalte, die vor dem Abschluss mit dem Arzt besprochen wurden. Hier gilt die so genannte Moratoriumsklausel:
„Für Versicherungsfälle, die vor Abschluss des Versicherungsvertrages eingetreten sind, leisten wir nicht (laufende Versicherungsfälle). Ein laufender Versicherungsfall liegt vor, wenn in den letzten 24 Monaten vor Abschluss des Vertrages eine stationäre Krankenhausbehandlung als Behandlungsalternative zwischen Arzt und versicherter Person besprochen wurde.“

Was bedeutet das?

Beispiel Rücken/Bandscheibe: Nehmen wir an, ein Interessent hat am 01.01. einen Bandscheibenvorfall und der Arzt bespricht mit dem Patienten, das zunächst Krankengymnastik versucht werden soll, wenn es dann aber nicht besser wird, muss operiert werden.

Sollte dieser Patient nun am 01.04 einen Vertrag abschließen und am 01.07. zur Bandscheiben-OP kommen, dann ist diese konkrete OP nicht versichert. Hat der Arzt die OP aber erstmals nach dem Abschluss mit dem Patienten besprochen, ist die OP versichert – obwohl der Bandscheibenvorfall noch vor Abschluss aufgetreten ist. Was beim ersten Lesen zunächst wie Willkür aussehen kann, ist eigentlich ganz klar! Fragen Sie einfach den Behandelnden Arzt, ob er einen Krankenhausaufenthalt mit ihnen als Behandlungsoption besprochen hat oder nicht. Sagt er daraufhin ja, dann wissen Sie, dass dieser konkrete Aufenthalt ausgeschlossen ist.

Und die Folgebehandlungen?

Im Krankenhaus gibt es die Regelleistung und die Wahlleistung.

Sind schon wieder versichert. Es ist leider so, dass die Krankenzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen nicht für diesen günstigen Preis verfügbar wäre, wenn auch schon angeratene Krankenhausaufenthalte versichert wären. Es gibt schlichtweg keine Versicherung, die einen solchen Fall versichert und bezahlt.

Man kann also nur empfehlen, noch einmal als Selbstzahler für diesen Aufenthalt die Rechnung zu begleichen und daraus zu lernen!

Ist also meine Vorerkrankung doch ausgeschlossen?

Nein – nur die konkret angeratene OP, bzw. der konkret angeratene Krankenhausaufenthalt. Beispiel Diabetes: Hat der Arzt schon vor dem Abschluss der Krankenhausversicherung ohne Gesundheitsfragen den Einbau einer Insulinpumpe empfohlen, dann ist dieser Einbau nicht versichert. Wenn sich aber die Wunde entzündet greift der Schutz schon wieder. Der schlimmste Fall ist also, dass Sie die eine schon anstehende Massnahme nicht erstattet bekommen – sehr wohl aber die Leistung danach.

Sonderfall feststehende Wiederholungstermine

Sollten allerdings schon heute Termine für die Zukunft feststehen, sind diese dauerhaft ausgeschlossen.

Beispiel Epilepsie: Der Arzt hat mit ihnen vereinbart, dass Sie alle sechs Monate in eine Spezialklinik müssen, um dort die Wirksamkeit und die Einstellung der Medikamente zu überwachen. Somit stehen die Massnahmen schon fest und sind ausgeschlossen.

Hier einige Beispiele aus der Beratungspraxis

Sie sind Diabetiker und haben bisher die Erfahrung gemacht oder gesagt bekommen, dass Sie mit dieser Diagnose keine Zusatzversicherung fürs Krankenhaus abschließen können?

Dann haben wir gute Nachrichten für Sie. Die DKV bietet als einziger Versicherer jedem die Möglichkeit, mit Vorerkrankungen, einen Versicherungsschutz im Ein- und Zweibettzimmer zu bekommen. Die Tarife sind ohne Gesundheitsprüfung, daher sind bestehende Vorerkrankungen, egal ob akut oder chronisch, mitversichert. Nicht versicherbar sind hier lediglich die Krankenhausaufenthalte, die innerhalb der letzten 24 Monate vor Antragstellung, mit einem Arzt besprochen / ärztlich angeraten wurden.

Hier einige Beispiele die für Sie als Diabetiker, zum besseren Verständnis:
  • Sie gehen regelmäßig zum Arzt und lassen den Blutzuckerspiegel überprüfen oder die Medikation ambulant neu einstellen, eine stationäre Behandlung ist hierzu aber nicht vorgesehen: Sie haben Versicherungsschutz, auch wenn Sie wegen Diabetes ins Krankenhaus müssen
  • Sie erleiden einen Diabetesschock und kommen akut ins Krankenhaus: Sie haben Versicherungsschutz
  • Sie tragen eine Insulinpumpe und müssen regelmäßig stationär behandelt werden, zum Beispiel 1-mal jährlich zur Kontrolle zwei Tage stationär: Die Behandlung ist von der Leistung ausgeschlossen, da dieser stationäre Aufenthalt schon vor dem Abschluss angeraten / geplant ist. Sie können aber trotzdem den Vertrag abschließen und die anderen Behandlungen, auch wegen der vorliegenden Erkrankung, sind versichert!
Beispiel COPD:
  • Sie gehen regelmäßig zum Arzt und lassen die Lungenfunktion überprüfen, eine stationäre Behandlung ist hierzu aber nicht vorgesehen: Sie haben Versicherungsschutz, auch wenn Sie wegen COPD ins Krankenhaus müssen
  • Sie erleiden einen Anfall und kommen akut ins Krankenhaus: Sie haben Versicherungsschutz
  • Sie müssen alle 6 Monate stationär behandelt werden, zum Beispiel für einen Intensiven Test. Dies steht auch schon vor dem Abschluss der Versicherung fest: Diese Krankenhausaufenthalte sind von der Leistung ausgeschlossen, da sie bereits vor Antragstellung bekannt waren. Sie können aber trotzdem den Vertrag abschließen und die anderen Behandlungen, auch wegen der vorliegenden Erkrankung, sind versichert!
Beispiel Her-Kreislauf-Erkrankungen:
  • Sie gehen regelmäßig zum Arzt und lassen die Medikation überprüfen oder ambulant neu einstellen, eine stationäre Behandlung ist hierzu aber nicht vorgesehen: Sie haben Versicherungsschutz, auch wenn Sie wegen der vorhandenen Herzerkrankung ins Krankenhaus müssen
  • Sie erleiden einen Herzinfarkt und kommen akut ins Krankenhaus: Sie haben Versicherungsschutz
  • Sie müssen regelmäßig stationär behandelt werden, weil z.B. Ihr Herzschrittmacher oder Defibrillator ausgelesen und eingestellt werden muss: Die Behandlung ist von der Leistung ausgeschlossen, da diese stationären Aufenthalte bereits angeraten sind
  • Eine Operation am Herzen ist bereits angeraten und soll in Kürze durchgeführt werden: Die Behandlung ist von der Leistung ausgeschlossen, da sie bereits vor Antragstellung vom Arzt angeraten ist. Dennoch können Sie den Tarif abschließen, denn es ist nur die geplante OP ausgeschlossen. Bei der OP stellt sich heraus, dass eine weitere Behandlung, die vorher nicht geplant war, notwendig sein wird. Diese ist dann wieder mitversichert, da sie vor Antragstellung noch nicht angeraten war.
Beispiel Rheuma:
  • Sie gehen bei Bedarf zum Arzt und lassen sich ambulant behandeln, eine stationäre Behandlung ist hierzu aber nicht vorgesehen: Sie haben Versicherungsschutz, auch wenn Sie wegen Rheuma ins Krankenhaus müssen.
  • Sie kommen ins Krankenhaus, weil Sie operiert werden müssen, die Operation war bei Vertragsabschluss aber noch nicht ärztlich angeraten: Sie haben Versicherungsschutz.
  • Sie müssen regelmäßig stationär behandelt werden, weil die Behandlung ambulant nicht durchgeführt werden kann: Die Behandlung ist von der Leistung ausgeschlossen, da diese stationären Aufenthalte bereits angeraten / geplant sind.
  • Sie haben bereits mit Ihrem Arzt besprochen, dass ein Rheumaknoten entfernt werden mussund möchten den Tarif jetzt noch abschließen: Diese bereits angeratene Behandlung ist ausgeschlossen, dennoch können Sie den Tarif abschließen und haben für alle künftigen, noch nicht geplanten stationären Behandlungen, Versicherungsschutz, auch wegen der bereits vorliegenden Rheuma-Erkrankung

Beispiel MS – Multiple Sklerose

Sie haben MS und dadurch bisher die Erfahrung gemacht, dass Sie mit dieser Diagnose keine Zusatzversicherung fürs Krankenhaus abschließen können? Dann haben wir gute Nachrichten für Sie:

Die DKV bietet als einziger Versicherer jedem die Möglichkeit, sich trotz MS für das Ein- und Zweibettzimmer zu versichern. Die Tarife sind ohne Gesundheitsprüfung, daher sind bestehende Vorerkrankungen, egal ob akut oder chronisch, kein genereller Ausschluss. Nicht versicherbar sind hier lediglich die Krankenhausaufenthalte, die innerhalb der letzten 24 Monate vor Antragstellung, mit einem Arzt besprochen / ärztlich angeraten wurden.

Hier einige Beispiele die für Sie zum besseren Verständnis:
  • Sie gehen regelmäßig zum Arzt und lassen die Medikation überprüfen oder ambulant neu einstellen, eine stationäre Behandlung ist hierzu aber nicht vorgesehen: Sie haben Versicherungsschutz, auch wenn Sie wegen MS ins Krankenhaus müssen.
  • Sie erleiden einen MS Schub und kommen akut ins Krankenhaus: Sie haben Versicherungsschutz.
  • Sie müssen alle 6 Monate in die Spezialklinik und dies steht auch schon vor dem Abschluss der Zusatzversicherung fest: Die Behandlung ist von der Leistung ausgeschlossen, da dieser stationäre Aufenthalt bereits angeraten / geplant ist.

Rezension